PD Dr. med. Gregor Kocher wird zum Chefarzt Thoraxchirurgie befördert

Sein Spezialgebiet ist die minimal-invasive Thoraxchirurgie (inkl. Roboter-assistierte Eingriffe) sowie die Forschung im Bereich Krebsbekämpfung und chirurgischer Krebsbehandlung.

Anfang April 2020 ist PD Dr. med. Gregor Kocher von der Direktion der Insel Gruppe zum Chefarzt für die Klinik für Thoraxchirurgie gewählt worden.

Seit 2010 ist Gregor Kocher am Inselspital tätig, seit Anfang 2016 in der Funktion als Stv. Chefarzt.

Er hat an der Universität Zürich (UZH) Medizin studiert und ist Facharzt für Chirurgie (FMH) sowie Thoraxchirurgie (FMH). Im 2017 wurde er von der Universität Bern im Fach Thoraxchirurgie habilitiert.

Interview mit PD Dr. med. Gregor Kocher

Bringt die neue Position  Veränderungen in Ihren Tätigkeitsschwerpunkten mit sich und wenn ja, welche?

In meiner neuen Position als Chefarzt bin ich nun Hauptverantwortlicher für den klinischen Alltag, sprich die Behandlung unserer Patienten. Das gilt sowohl im Operationssaal als auch auf der Abteilung. Zwar war ich diesbezüglich bereits während der vergangenen Jahre als stellvertretender Chefarzt sehr stark engagiert, nun habe ich jedoch auch offiziell die Verantwortung übertragen bekommen. In diesem Zusammenhang plane ich nun auch eine Intensivierung unserer klinischen Forschung.


Worin sehen Sie in Zukunft die besonderen Herausforderungen?

Wir sind aktuell in einer Phase der Neuorganisation des Gesundheitswesens. Man hat realisiert, dass es sowohl für den Patienten als auch aus ökonomischer Sicht von Vorteil ist, spezialisierte Behandlungen, wie z.B. im Bereich der Thoraxchirurgie, an Zentrumsspitälern wie unserem Haus  durchzuführen.
Dadurch steigen unsere Patientenzahlen kontinuierlich leicht an. Ausserdem wird in den kommenden 1-2 Jahren in der Schweiz das Screening für Lungenkrebs eingeführt werden, wodurch wir einen zusätzlichen Anstieg von behandlungsbedürftigen Patienten erwarten. Durch die Weiterentwicklung unserer minimalinvasiven Operationstechnik konnte die Behandlungsdauer für die meisten unserer Patienten mehr als halbiert werden. Deshalb reichte unsere Bettenkapazität bis jetzt trotz der steigenden Behandlungszahlen weitgehend aus. In Zukunft werden wir unsere Kapazität aber wohl stetig leicht aufstocken müssen, um der wachsenden Patientenzahl gerecht werden zu können.


Gibt es eine Aufgaben- bzw.  Kompetenzverteilung zwischen Ihnen und dem Klinikdirektor und Chefarzt  Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Ralph Alexander Schmid?

Ja, die gibt es natürlich. Wie eingangs erwähnt, bin ich ab sofort als Hauptverantwortlicher für den Alltag in der Klinik zuständig und kümmere mich auch um die klinische Forschung.
Prof. Schmid dagegen bleibt in seiner Funktion als Klinikdirektor für die administrative Führung unseres Hauses verantwortlich. Zudem steuert er die Grundlagenforschung in unserem Forschungslabor. Selbstverständlich sind wir aber beide auch in die Aufgaben des anderen involviert und vertreten uns gegenseitig bei Abwesenheiten etc.


Gibt es in Ihrer Position als Chefarzt neue Ziele, die Sie in der kommenden Zeit umsetzen möchten?

Mein Hauptinteresse gilt, wie schon in den vergangenen Jahren, vor allem der Weiterentwicklung der minimalinvasiven Chirurgie, da diese direkt dem Patienten zugute kommt. Denn minimalinvasive Eingriffe verkürzen nicht nur die Behandlungsdauer, sondern verbessern auch das Langzeitüberleben der Patienten.
Diese Techniken vermitteln wir im Rahmen der Ausbildung selbstverständlich auch unserem Nachwuchs. Unsere Kurse werden zudem von interessierten Thoraxchirurgen aus dem In- und Ausland besucht. Des Weiteren strebe ich einen Ausbau unserer klinischen Forschungstätigkeit an. Zwei konkrete Beispiele sind hier: Die genauere Erforschung der positiven Effekte von minimalinvasiven Operationstechniken auf die Patientengesundheit bzw. –erholung sowie die Erforschung neuer und präziserer diagnostischer Methoden zur Früherkennung und Diagnose von Lungenkrebs.