Die Blutuntersuchungen zählen zu den wichtigsten Diagnoseverfahren: 85 Prozent der Labordiagnosen werden auf der Grundlage von Blutanalysen vorgenommen. Eine Blutanalyse wird in der Regel in spezialisierten Grosslaboren vorgenommen.

Die Untersuchung des Blutes erfolgt ausserhalb des Körpers. Dieses Diagnoseverfahren birgt daher so gut wie keine Risiken.

Blutanalyse

Wie läuft eine Blutanalyse ab?

Früher galt fast immer: Blutabnahmen werden nur nüchtern durchgeführt. Heute ist es in vielen Fällen möglich, vor einer Blutabnahme ein leichtes Frühstück zu sich zu nehmen. Die Abnahme des Blutes erfolgt in der Regel auf einer der drei folgenden Arten:

  • aus der Vene in der Armbeuge
  • aus der Fingerkuppe
  • aus dem Ohrläppchen

Die Menge an Blut, die für die Blutanalyse benötigt wird, hängt davon ab, welche Werte aus dem Blut ermittelt werden sollen.

Nach der Blutabnahme wird das Blut entweder im hauseigenen Labor oder – und das ist inzwischen der Regelfall – in einem Grosslabor untersucht. Hier werden, je nach Fragestellung, die Blutzellen oder das Blutserum oder beides untersucht.

Welche Bestandteile der Blutzellen sowie des Blutserums können im Labor untersucht werden?

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Ein zu niedriger Wert weist auf eine Blutarmut hin.

Weisse Blutkörperchen (Leukozyten): Diese gehören zum Immunsystem. Eine zu geringe Anzahl weist zum Beispiel auf Viren hin, eine zu hohe Anzahl auf eine Entzündung.

Blutplättchen (Thrombozyten): Diese haben zusammen mit dem Gerinnungsfaktor Einfluss auf die Blutgerinnung. Es gilt – je weniger Blutplättchen, desto höher die Blutungsgefahr.

Blutsalze: Diese werden auch als Elektrolyte bezeichnet. Hierbei ist insbesondere das Verhältnis der Elektrolyte zueinander zu berücksichtigen.

Tumormarker: Hierüber lassen sich nur einige Krebsarten bestimmen.

Weitere wichtige Bestandteile des Blutserums: Blutzucker, Blutfette, Proteine und Enzyme, Stoffwechselprodukte, Hormone, Gerinnungsfaktoren.

Blutanalysen werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt
  • zur Diagnose von Erkrankungen
  • zur Auswahl der richtigen Medikamente
  • zur Überwachung des Therapieerfolges

In Ausnahmefällen können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Infektion an Einstichstelle
  • Hämatom
Welche Werte können über eine Blutanalyse bestimmt werden?

Je nachdem, wie viele unterschiedliche Werte bei der Blutanalyse ermittelt werden sollen, unterscheidet man zwischen:

  • Kleinem Blutbild
  • Differentialblutbild
  • Grossem Blutbild
    (kleines Blutbild + Differentialblutbild)

Blutgasanalyse

Die Blutgasanalyse (kurz BGA) ist ein Verfahren zur Messung der Gasverteilung (Partialdruck) von O2 (Sauerstoff), CO2 (Kohlenstoffdioxid) sowie des pH-Wertes und des Säure-Basen-Haushaltes im Blut.

Inzwischen dient die Blutgasanalyse der Überwachung vieler Patienten mit Atmungsstörungen und Sauerstoffmangel (etwa bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung oder Mukoviszidose). Auf der Intensivstation, in der Operations- bzw. Anästhesieabteilung und in der Notaufnahme eines Krankenhauses wird die Blutgasanalyse meist „bettseitig“ – bedside (in unmittelbarer Patientennähe) durchgeführt. Bevorzugt wird dafür arterielles Vollblut aus einer Arterie oder arterialisiertes Kapillarblut beispielsweise aus dem hyperämisierten Ohrläppchen genutzt. Venöses Blut ist zur Beurteilung atmungsspezifischer Werte nur mit Einschränkung geeignet und findet hauptsächlich bei der Beurteilung metabolischer Komponenten seine Verwendung.

Normwerte (arteriell) bei Erwachsenen

pH = 7,35–7,45 ; <7,35: Azidose; >7,45: Alkalose

pO2 = 75–97 mmHg bzw. 10–12,9 kPa (je nach Alter)[1]

saO2 = 95–99% (Sauerstoffsättigung)

pCO2 = 35–45 mm Hg bzw. 4,6–6,0 kPa[1] (Kohlenstoffdioxid-Partialdruck); weniger: Hypokapnie; mehr: Hyperkapnie

HCO3(act) = 21–26 mmol/l (tatsächliches Bicarbonat)

HCO3(std) = 23–27 mmol/l (Standard–Bicarbonat)

BE (Basenüberschuss, Basenabweichung oder base excess) = 0 mval/l (−2 bis +3 mmol/l)