Wann wird eine Ganzkörperplethysmographie gemacht?

Die Spirometrie liefert erste Hinweise auf das Vorliegen einer Lungenerkrankung und eignet sich zur Beobachtung des Krankheits- und Behandlungsverlaufs. Für eine definitive Diagnose ist eine Bodyplethysmographie allerdings unumgänglich. Neben der grundsätzlichen Unterscheidung von z. B. Asthma und COPD erlaubt ein Bodyplethysmograph eine schnelle Einordnung der Obstruktion in z. B. homogene Obstruktion, COPD oder extrathorakale Stenose. Auch zur sicheren Diagnose von Restriktionen, Lungenemphysemen oder Lungenfibrose bedarf es einer Bodyplethysmographie.

Die Bodyplethysmographie

Die Bodyplethysmographie (oft auch als Ganzkörperplethysmographie oder große Lungenfunktion bezeichnet) ist ein Verfahren der Pneumologie zur Messung von Lungen- und Atemparametern. Eine Vielzahl der bei der Bodyplethysmographie gemessenen atemphysiologischen Größen – wie der Atemwiderstand, das Residualvolumen oder die totale Lungenkapazität – ist mit anderen Messtechniken, beispielsweise der Spirometrie, nicht zugänglich.

Die heute verwendete Methode der Bodyplethysmographie geht auf die Einführung der Methode durch DuBois im Jahr 1956 zurück. Im klinischen Bereich und in Praxen niedergelassener Pneumologen gilt die Bodyplethysmographie als Diagnoseverfahren der ersten Wahl. Die Untersuchung mittels Bodyplethysmographen stellt die ideale Lungenfunktionsprüfungsmethode dar, da sie über die Messgrößen der Spirometrie hinaus im gleichen Untersuchungsgang den spezifischen Atemwegswiderstand inklusive Atemschleife, das thorakale Gasvolumen und alle daraus ableitbaren Parameter errechnen kann. Die Mitarbeitsabhängigkeit dieser Methode ist geringer als bei der Spirometrie und der zeitliche Mehraufwand ist gering. Der hohe apparative Aufwand und die hohen Anschaffungskosten erklären jedoch, wieso Bodyplethysmographen praktisch nur in Kliniken und bei Spezialisten zu finden sind.

Durchführung der Ganzkörperplethysmographie

Der Bodyplethysmograph wird als eine Kabine mit einem (weitgehend) abgeschlossenen Luftvolumen ausgeführt, sie sieht wie eine kleine Telefonzelle aus. Die Kabine weist eine minimale Undichtigkeit auf, um eine Kabinendruckerhöhung durch die Körperwärme des Patienten auszugleichen. Während der Untersuchung atmet der Patient durch ein Spirometer, um Flusseigenschaften zu bestimmen. Zur Einatmung hebt sich nun der Brustkorb des Patienten, was das Luftvolumen in der Kabine minimal verkleinert und somit den Druck erhöht. In Ruheatmung kann man nun beobachten, welche Druckänderung nötig ist, um einen gewissen Fluss zu erzeugen. Die Analyse dieser sog. Atemschleife erlaubt Rückschlüsse auf die Resistance der Lunge und kann somit leicht und schnell Krankheitsbilder wie eine einfache Obstruktion (flachere Atemschleife) oder eine COPD (dreiecksförmige Ausstülpung im exspiratorischen Teil der Atemschleife) aufdecken. Der spezifische Atemwegswiderstand sRAW entspricht dann der Steigung der Atemschleife. Zur Bestimmung des totalen Atemwiderstands ist noch das thorakale Gasvolumen (TGV) vonnöten:

R A W = s R A W (T G V) {\displaystyle RAW={\frac {sRAW}{(TGV)}}}

welches im nächsten Schritt bestimmt wird.