Muslimische Seelsorge im Inselspital Bern - Krisenintervention und das menschliche Individuum stehen im Fokus

Muslimische Seelsorge im Inselspital Bern
Krisenintervention und das menschliche Individuum stehen im Fokus


Wurden früher muslimische Patientinnen und Patienten des Inselspitals ehrenamtlich von einem Imam betreut, so kümmert sich heute ein ausgebildeter muslimischer Seelsorger um deren Wünsche und Bedürfnisse. 
Zeadin Mustafi spricht Deutsch, Albanisch, Mazedonisch und Türkisch. Der gebürtige Nordmazedonier albanischer Abstammung hat in der Türkei islamische Theologie studiert sowie in der Stadt Wien Religionspädagogik.
Als ausgebildeter Seelsorger ist er mit einer „10 Prozent-Stelle“ für die Bereiche Krisenintervention, Sterbebegleitung und die Anliegen der meist aus dem Kosovo, Mazedonien oder Albanien stammenden Patientinnen, Patienten und ihrer Angehörigen zuständig.
Das Inselspital ist das erste Spital der Schweiz, das muslimische Seelsorge in einem festen Anstellungsverhältnis anbietet. Es wurde mit einem zeitlich kleinen Pensum gestartet. Die Erfahrungen zeigen, dass der Bedarf an muslimischer Seelsorge jedoch zunimmt. 
Dies liegt auch daran, dass sich die Zahl der muslimischen Patientinnen und Patienten im Inselspital in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat.
Es bedarf hier deshalb einer Person, die den Glauben und die Bedeutung religiöser Rituale und kultureller Aspekte dieser Bevölkerungsgruppen versteht und mit ihnen in der jeweiligen Landessprache kommunizieren kann. Mit einer Festanstellung kann zudem gewährleistet werden, dass die Seelsorgerin oder der Seelsorger auch die Mitarbeitenden und die Kliniken kennt.
Meist stehen im Seelsorgegespräch die oft schwierige Gesundheitssituation und die damit verbundenen Ängste und Gefühle der Patientinnen, Patienten und Angehörigen im Vordergrund – unabhängig von Glaubensfragen.
Deshalb verfolgt das gesamte Seelsorge/Care-Team ein überkonfessionelles Konzept. 
Dies bedeutet, dass die Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht bei den Kirchen angestellt sind und das Hilfs- und Gesprächsangebot auch nicht an einzelne Religionszugehörigkeiten gebunden ist. Es sei denn, dies ist ausdrücklich von der Patientin oder vom Patienten gewünscht.
Immer wieder ist Zeadin Mustafi deshalb ein wichtiger Ansprechpartner auch als Vermittler unterschiedlicher kultureller und religiöser Wertvorstellungen. Nicht zuletzt ist das hohe Mass an Empathie und Sensibilität der Medizinerinnen, Mediziner und Pflegekräfte beim kultursensiblen Umgang mit muslimischen Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen ein Erfolg seiner entsprechenden Fortbildungen des medizinischen und pflegerischen Personals.

Allerdings ist es gerade jetzt während der Coronapandemie eine grosse Herausforderung, den Angehörigen schwerstkranker oder sogar sterbender Patientinnen und Patienten zu vermitteln, dass Besuchszeiten und die Anzahl Besuchender, insbesondere auf den Intensivstationen, beschränkt sein müssen.
Die Anwesenheit und das Gespräch mit dem seit 1. Dezember 2019 tätigen Zeadin Mustafi können hier für beide Seiten eine gewisse Entlastung darstellen und das gegenseitige Verständnis fördern.

Aufgrund der bereits beschriebenen zeitlichen Reglementierung von Herrn Mustafi erfolgt der Kontakt bitte über die Telefonnummer +41 31 632 23 71 oder über die Telefonzentrale 111 (Pikett Seelsorge)
 

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