Die roboter-assistierte Chirurgie bietet sich vor allem dann an, wenn sich der zu operierende Befund an einer schwer zugänglichen Stelle findet. Dies zum Beispiel bei Tumoren des Mediastinums, welche sich z.B. im Falle eines Thymoms unmittelbar zwischen Herzbeutel und Brustbein befinden. Weitere Beispiele sind mediastinale Zysten oder z.B. Operationen bei Einengung der Gefässe und Nerven der Arme zwischen dem Schlüsselbein und der obersten Rippe, wobei wir hier die entsprechende Rippe mittels daVinci-Roboter entfernen können.

Ab einer gewissen Tumorgrösse stösst jedoch auch die roboter-assistierte Chirurgie an Ihre Grenzen, da die Übersichtlichkeit des Operationsgebietes in diesen Fällen stark eingeschränkt ist, und ohnehin eine grösserer Schnitt erforderlich ist um den Tumor aus dem Brustkorb zu entfernen. Auch für die Resektion (chirurgische Entfernung) von Lungenbefunden haben wir das roboter-assistierte Verfahren zugunsten der single-incision Thorakoskopie verlassen, da wir hierfür nur noch einen einzelnen kleinen Hautschnitt verwenden, und im Gegensatz dazu die Roboterarme über mehrere (3-4) zusätzliche Schnitte eingebracht werden müssten.

Preis der Roboterchirurgie

Auch die Kosten für die roboter-assistierte Chirurgie müssen in der heutigen Zeit berücksichtigt werden, wobei allein die Anschaffung eines solchen ‘Operationsroboters’ schnell einmal mit 1.5 -2.5 Millionen Schweizerfranken zu Buche schlägt. Hinzu kommen dann noch jährlich mehrere Hunderttausend Franken für die Wartung sowie das Verbrauchsmaterial.

Gibt es Weiterentwicklungen? Technische Verbesserungsmöglichkeiten?

In naher Zukunft erwarten wir die Weiterentwicklung der Robotersysteme vor allem in den Bereichen Operations-Simulation (als wichtiger Bestandteil des Trainings der Chirurgen) sowie in der Anwendung/Implementierung von ‘augmented reality’. Letzteres bedeutet, dass mit der Roboter-Plattform z.B. die CT-Bilder des Patienten während der Operation dem Chirurgen auf dem Bildschirm als ‘Operationshilfe’ über das reale intraoperative Bild projizieren kann. Dies dürfte eine deutliche Verbesserung der Sicherheit von derartigen Eingriffen zur Folge haben.

Auf santemedia.ch finden Sie ein Fernsehinterview mit Prof. Schmid zum Thema roboterassistierte Operationstechnik.